2019 Kassel

Symposium des Fachkreises Turmuhren in Kassel, 9 - 12. Mai 2019

Prof. i.R. Dr. Dietrich Haarer

Wie gut, dass sich Landgraf Wilhelm IV von Hessen (1532 – 1592, Kassel) neben seiner Rolle als Landgraf ebenso sehr in der Rolle eines Gelehrten sah mit weitreichenden Kenntnissen in Astronomie, Mathematik und Physik; einer seiner Lehrer war der Astronom Rothmann. In einem Gemälde (1577) lässt er sich mit seiner Frau, einem Torquetum und einem Quadranten malen - und nicht etwa mit Waffen und Kriegsgerät -.


Abb. 1: Landgraf Wilhelm IV von Hessen mit seiner Gattin, vor dem Bild Dr. Gaulke

 Die von ihm in Jahre langer Arbeit berechneten und gemessenen Stern-, Planeten und Mond-Positionen wurden von ihm auf Himmelsgloben eingetragen, und so konnte dann die gesamte ‚Kartographie‘ des jeweiligen Abendhimmels im Jahresverlauf dargestellt werden. Diese hochpräzisen Rechengloben (etwa 50 cm Durchmesser) sind in der Orangerie (übrigens einem der weltweit bedeutendsten Museen zum Thema) gleich mehrfach vorhanden; von ihnen lassen sich dann die jeweiligen Sternpositionen auf Armillarsphären 


Abb. 2: Armillarsphäre

und Uhrengloben übertragen. Der Landgraf holte sich zur raumzeitlichen Darstellung der Himmelsbewegungen den Marburger Uhrmacher Baldewein an den Kasseler Hof und ließ sich für seine Beobachtungen die später so genannte Wilhelmsuhr bauen,

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Abb. 3: Baldewein-Uhr

 auf der unter anderem die Bewegungen von Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn - sowie natürlich auch des Mondes – neben astrologischen und chronologischen Daten abgebildet werden.


Abb. 4: Himmelsglobus


Abb. 5: Himmelsglobus (Detail)

So einzigartige Uhren zu besitzen, bedeutete Prestige, und deshalb ließ sich der reiche Kurfürst von Sachsen von Baldewein eine noch größere und prächtigere Uhr dieses Typs (Planetenumlaufs-Uhr) bauen, wofür Baldewein  sechs Jahre brauchte. Es hieß seinerzeit, der Landgraf habe neben den im Range höherstehenden Kurfürsten und Landesherren wegen seiner naturwissenschaftlichen Kenntnisse eine besonders herausragende Position eingenommen (verdient hätte er es).

Eine Besonderheit der diesjährigen Exkursion war am ersten Morgen (Freitag) der Besuch in den Werkstätten der Museumslandschaft Hessen Kassel (mhk.) und im Depot der Astronomisch-Physikalischen Sammlung mit quasi unmittelbarem Kontakt zu den Exponaten. Im Depot begrüßten uns der Direktor der Astronomisch-Physikalischen Sammlung, Dr. Karsten Gaulke, und sein Restaurator und Uhrmacher, Michael Beck. Depot und Werkstätten sind in einem ehemaligen Großhandelsgebäude für Lebensmittel untergebracht und bieten nach ihrem Umbau ein hervorragendes Ambiente für die Arbeit an den Objekten und für ihre Lagerung.


Abb. 6: Im Depot

Im Depot stach uns gleich am Eingang eine Sammellinse aus Glas mit einem Durchmesser von 55 cm aus dem 18.Jahrhundert ins Auge, was zur Zeit ihrer Entstehung eine technische Höchstleistung darstellte. Damit konnte man zu jener Zeit bereits bei Sonnenlicht und guter Fokussierung im Brennpunkt Temperaturen von etwa 1200 Grad (Celsius) erzeugen, was Herstellung und Untersuchung von Porzellan und Metallen ermöglichte.


Abb. 7:  Sammellinse aus Glas

Dort war auch die Bilderuhr, die Impuls wurde für die Documenta-Uhr, von Anri Sala für einen Standplatz in der Aue konzipiert und von Christian Beck gebaut, speziell für uns aufgehängt.


Abb. 8: Bilderuhr, Ausschnitt

Eine Bröcking-Uhr aus der Bergedorfer Sternwarte als Zeitgeber für den Zeitball im Hamburger Hafen (an der Stelle befindet sich jetzt die Elbphilharmonie) war zu sehen, und so vieles Außerordentliches (und dem allgemeinen Publikum nicht Zugängliches), dass der Berichterstatter vor der schieren Menge und Qualität kapituliert.


Abb. 9: Bröcking-Uhr für den Zeitball im Hamburger Hafen

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Abb. 10: Detail der Bröcking-Uhr

Gleich nebenan hatte die Restauratorin fürTextil/Leder, Julia Dummer, ihre Werkstatt, wo sie zurzeit an Wand-Stickereien und Seiden-Tapeten aus der Löwenburg arbeitete und uns das erläuterte. Zur Konservierung alter Stoffe, Stickereien und Tapeten benutzt sie ein von ihr entwickeltes feines Klebe-Gewebe (sieht aus wie dünner Vorhang Stoff). Dieses Gewebe besteht aus Reis-Leim und Fischblasen-Leim, der als dünne Schicht auf eine Silikon-Matrix aufgebracht und getrocknet und dann zur Stabilisierung von Schadstellen benutzt wird; dieses Leim-Gewebe kann mit Wasser aufgebracht werden, ohne dass dabei störende Ränder auftreten.


Abb. 11: Restaurierung eines Sesselbezugs für die Löwenburg

Nebenan hatte der Uhrmacher und Restaurator Michael Beck in der sehr großzügigen Uhrenwerkstatt Teile des Räderwerks der Baldewein-Uhr ‚herumliegen‘, und eine aufgeklappte Äquationsuhr von Jost Bürgi stand auf dem Restaurationstisch.


Abb. 12: Observationsuhr I von J. Bürgi (rechts)


Abb. 13: Observationsuhr I von J. Bürgi

Diese (und andere) Preziosen der Renaissance vor Augen konnte jeder Fragen stellen und genau in das Innenleben der Geräte blicken. Der Landgraf hatte Bürgi (* 1552 in der Schweiz, † 1632 in Kassel) 1579 an den Kasseler Hof geholt und so einen Nachfolger von Baldewein (* um 1525 in Marburg; † 1593) herangezogen, der noch kleinere und noch präzisere Uhren herstellen konnte. 

Schon die Baldewein-Uhren überzeugten nicht nur durch den raffinierten Antrieb des Himmels-Globus, der sich auf Grund des zweiten Keplerschen Gesetzes mit nicht konstanter Bahngeschwindigkeit dreht: Hier wird ein Zahnrad mit unterschiedlichen Zahnabständen (entsprechend der jeweiligen Winkel-Geschwindigkeit) mit einer eingängigen Schnecke angetrieben.


Abb. 14: Baldewein-Uhr


Abb. 15: Baldewein-Uhr, Details

Die Mondanomalienuhr von Jost Bürgi hat gerade einmal Zigarrenkistenformat und bewegt unter anderem ein komplettes Astrolabium, das sowohl horizontal als auch gekippt die richtigen Positionen über ein bewegliches Winkelgetriebe anzeigt.


Abb. 16: Mondanomalieuhr (Stutzuhr) von Bürgi

Erfreulicherweise war die Uhr zum Zeitpunkt unseres Besuches offen, da sie derzeit von Frau Rebecca Giesemannfür eine USA-Reise vorbereitet wird. Die Getriebe unter dem Zifferblatt konnten in einem Plexiglas-Modell in vergrößertem Maßstab nachvollzogen werden. 

Den Abschluss der Technik bildete in der HolzwerkstattBjoern Schimeiers Vorführung einer Laterna-Magica-Uhr des Augsburger Johann Phillip Treffler, der um 1650, angeregt durch einen Arbeitsaufenthalt bei den Medici in Florenz, eine Laterna-Magica-Uhr baute. Hier ist im Inneren eine Kollimator-Beleuchtung, die durch eine Öllampe und einen Hohlspiegel Licht auf eine sich durch Uhrenantrieb drehende Glasscheibe mit einem durchscheinenden Zifferblatt wirft, das an die Wand projiziert wird.


Abb. 17: Nachtuhr mit Laterna Magica von Johann Philipp Treffler von vorne


Abb. 18: Nachtuhr mit Laterna Magica von Johann Philipp Treffler, von hinten


Abb. 19: Nachtuhr mit Laterna Magica von Johann Philipp Treffler, Uhrwerk mit Zifferblatt

Am Nachmittag ging es nach einem Essen im Schlosshotel in das Rokoko-Schloss Wilhelmsthal bei Calden nördlich von Kassel,und wir springen von den komplizierten und nicht immer leicht zu verstehenden Räderwerken der Renaissance in eines der schönsten (und gerade von Grund auf restauriertes) Rokoko-Ensembles. Landgraf Wilhelm VIII erbaute dieses Schloss als Sommerresidenz, Lust- und Jagdschloss mit einem für uns leider verregneten weitläufigen Park.


Abb. 20: Rokoko-Schloss Wilhelmsthal bei Calden


Abb. 21: Park des Rokoko- Schloss Wilhelmsthal

Von Johann Heinrich Tischbein d. Ä., der hier als Hofmaler tätig war, stammen die meisten der etwa 60-70 Gemälde schöner Frauen, die die vorderen Prunkräume des Schlosses zieren; die dargestellten Hofdamen haben, zeitgemäß, einen etwas Französischen ‚Look‘ und sind oft mit Hündchen zum Anwärmen des Schoßes (und gegen Flöhe, so dachte man damals) dargestellt.

 
Abb. 22: Gemälde schöner Frauen  


Abb. 23: Prunksaal

Etwas bescheidener als die Empfangszimmer sind die Ankleide- und Jagdräume des Schlosses. Und im Untergeschoss ist eine riesige Küche mit Bratenwender.


Abb. 24: Bratenwender

In den Prunk-Zimmern stehen Konsoluhren der Zeit und echte chinesische Porzellanvasen (schon damals gab es Einfuhren aus China!). Die Standuhr von David Roentgen mit dem Uhrwerk von Peter Kinzig (um 1770/71) aus dem Schloss hatten wir schon in der Werkstatt von Michael Beck besichtigen können. Es gab viele Tischuhren in den Schlossräumen zu sehen, darunter eine mit Triumphwagen der Minerva (Uhr: Collier fils à Paris um 1760-1770, das ‚Beiwerk‘ von der Porzellanmanufaktur Meißen um 1740-1750).


Abb. 25: Triumphwagen der Minerva

Der Dekorateur Johann August Nahl d. Ä. (1710 – 1781) hat die Säle mit kostbaren Stoffen und kunstvoll aus dem Vollen ausgearbeiteten Rocaille- und Blumenornamenten an Wänden und Decken ausstaffiert und lässt so jedes der fürstlichen Gemächer in einem ganz individuellen Glanz erstrahlen Vervollständigt werden die historischen Raumeindrücke durch kostbare Möbel, darunter eine auf ca. 1755 datierte und wegen ihrer Applikationstechnik einzigartige Pfauenfederkommode, französische Lackmöbel sowie eine umfangreiche Sammlung ostasiatischer und europäischer Porzellane.


Abb. 26: Detail der Türfüllung im  Papageienkabinett

Die Rückfahrt mit Stadtrundfahrt führte durch den Bergpark Wilhelmshöhe (Weltkulturerbe seit 2013) mit der pseudomittelalterlichen Burgruine Löwenburg und dem Herkulesdenkmal, wo in den Sommermonaten zweimal in der Woche die Wasserspiele noch mit der ursprünglichen Technik von vor dreihundert Jahren stattfinden.


Abb. 27: Herkules-Denkmal im Bergpark Wilhelmshöhe

Dann wäre noch die Große Standuhr der Documenta 2012 zu beschreiben, die etwa 1200 kg schwer und 7 m hoch ist und ein Zifferblatt von etwa 4 m ‚Durchmesser‘ hat. Die ‚Komplikation‘ dieser Uhr, die dem Künstler Anri Sala einfiel, angeregt durch eine Bilderuhr im astronomisch physikalischen Kabinett der Kasseler Orangerie,


Abb. 28: Astronomisch- Physikalisches Kabinett, rechts das Marmorbad


Abb. 29: Foucaultsches Pendel im Eingangsbereich


Abb. 30: Foucaultsches Pendel, Detail

waren die Zeiger, die sich auf einem schräg perspektivischen Zifferblatt bewegen, was durch ein Kettengetriebe erreicht wird. Sehen konnte der Documenta Besucher die Ungleichheiten der Bewegung allerdings nicht, da sich Minuten- und- noch mehr Stunden-Zeiger zu langsam bewegen, um den vom Künstler erhofften ‚Gag‘ sichtbar zu machen. Dem Künstler Anri Sala hat’s aber dem Vernehmen nach gefallen.

Der letzte Teil dieses vollen Tages spielte sich im Opernhaus desStaatstheaters Kassel ab. Das Tanztheater „Ares“ von Johannes Wieland mit Musik von Richard Strauss, einer athletischen Tanz-Gruppe, einem guten Orchester und einer sehr guten Sängerin war als fakultatives Angebot im Programm; knapp die Hälfte der Teilnehmer nahm dieses Angebot an, die andere Hälfe zog die Uhrengespräche im kleinen Kreis vor.

Der zweite Tag galt dem Astronomisch-Physikalischen Kabinett und dem Planetarium in der Orangerie der Museumslandschaft Hessen Kassel.


Abb. 31: Im Planetarium

Das Astronomisch-Physikalische Kabinett ist quasi das ‚Deutsche Museum‘ der Geschichte von Astronomie und in Zusammenhang damit der Zeit- und Ortsvermessung. Es ist in einer Orangerie untergebracht, die um 1770 errichtet wurde und an einen Barockgarten nahe der Innenstadt grenzt. Die Orangerie wurde im 2. Weltkrieg zerstört, später aber unter Beibehaltung der alten Fassade als moderner Museumsbau wieder aufgebaut.

Der Auftakt fand im modernen Zeiss-Planetarium statt. In bequemer Rückenlage konnten wir durch das Weltall ‚beamen‘ und unsere Galaxie mit den etwa 10 Milliarden Sternen betrachten. Wir sahen die Nah-Umgebung und waren in der Nähe des schwarzen Lochs im Zentrum unserer Galaxie (klein im Vergleich zu dem viel größeren schwarzen Loch, welches jüngst aus einer Nachbar Galaxie mit Hilfe von Radio-Teleskopen abgebildet wurde). Wir sahen die Raumkrümmung in der Nähe eines schwarzen Loches, aus dem kein Licht entweichen kann, da das Licht trotz seiner großen Geschwindigkeit in den schwarzen Schlund gezogen wird. Einstein hätte an diesem Planetarium, einem optischen Projektions-Wunder, sicher seinen Spaß gehabt.


Abb. 32: Vor der Baldewein-Uhr

Beim Gang durch das Museum wurde uns die astronomische Planeten-Umlaufs-Uhr in voller Schönheit und mit umfangreichen sachkundigen Erläuterungen präsentiert; einige dazu gehörende Getriebeteile hatten wir ja bereits in der Werkstatt in ausgebautem Zustand gesehen.

Daneben stehen die Bürgi-Uhren, neben der schon beschriebenen Äquationsuhr insbesondere eine zierliche Wunderuhr von Bürgi, die im Stundentakt von einem Remontoir angetrieben wird und mit einer Kreuzschlag-Hemmung tickt. Dann gibt es eine kleine Kalenderuhr von Bürgi, die mittels eines ‚Ein-Tag-Remontoirs‘ betrieben wird (ein Gewicht, das mit Federkraft hochgezogen wird und dann die Uhr mit konstanter Kraft im Gang hält und dann einen Tag antreibt). Besonders erwähnenswert ist außerdem die grazile Unruh, deren Ausschlag in beide Richtungen durch zwei feine (Schweins-) Borsten abgebremst wird;


Abb. 33: Detail der Observationsuhr I von J. Bürgi mit Schweineborsten als Teil der Hemmung

die Schweinsborsten an der Hemmung sind wohl eine Erfindung von Henlein (Nürnberg um 1500). Sie sind der erste Schritt von der ungenauen Waag zu den genaueren ‚Oszillatoren‘, wie sie später durch eine Rückstell-Spiralfeder unter der Unruhe realisiert wurden (Erfindung des englischen Physikers Robert Hooke – 1667 – etwa gleichzeitig mit der Patentierung des Pendels durch den holländischen Physiker Huygens). Mit diesen Neuerungen der perfekten Oszillatoren (vollständige Umwandlung von kinetischer Bewegungsenergie in potentielle Energie der gespannten Feder oder des ausgelenkten Pendels) waren die Uhren nun reif für eine Genauigkeit von einigen Sekunden pro Tag.

Die weiteren Räumlichkeiten des Kabinetts zeigen dann noch physikalische Messgeräte, optische Instrumente (in Kassel gab es derzeit schon Linsen-Schleifer) und unterschiedlichste Uhren, darunter eine Prunk-Uhr mit Kugel-Umlauf. Damit auch dem Interesse an Turmuhren Genüge getan wurde, waren am Ende der Ausstellung noch einige geschmiedete Turmuhren


Abb. 34: Turmuhrwerk


Abb. 35: Detail


Abb. 36: Turmuhr mit Waag

sowie als Industrieuhr eine Freischwinger Mannhardt-Uhr mit dem im Pendel montierten Remontoir zu sehen.


Abb. 37: Mannhardt-Uhr


Abb. 38: Vor der Mannhardt-Uhr

Mit einer Riefler-Uhr im Vakuum war dann die Grenze dokumentiert, die mechanische Uhren an Genauigkeit nicht mehr überschreiten können.

Traditionsgemäß gab es am letzten Abend eine ‚Gala-Veranstaltung‘ mit sehr leckerem Dinner und einer Würdigung der Veranstalter.

Am Sonntagvormittag folgten Vorträge:

  • Ian Fowler: „Zur Geschichte der öffentlichen Zeitmessung am Beispiel Siegen“ 
  • Martin Stadermann: „Restaurierungsbericht“
  • Hans-Peter Beuerle:„Die geschmiedete kleine Turmuhr des FachKreises Turmuhren“
  • Christian Borck: „Was ist das?“ Quiz-Auflösung vom ersten Abend

Ian Fowler verfolgte, wie in einer Kleinstadt wie Siegen über fünf Jahrhunderte in Kirche und Rathaus Uhren bestellt, gebaut und bezahlt wurden. In den städtischen Rechnungsbüchern lässt sich nachvollziehen, dass die Uhren für die Stadt teuer im Erwerb und Unterhalt waren.

Martin Stadermann berichtete davon, wie man in dem kleinen Dorf Sieseby (Schleswig-Holstein an der Schlei) mit EU Mitteln und viel Einsatz und Wissen eine völlig verrostete Uhr von 1847 wieder zum Laufen bringen kann.

Hans-Peter Bäuerle schließlich erzählte die Geschichte der  einem Vorbild nachgeschmiedeten kleinen Turmuhr mit Spindelhemmung; in der Diskussion ging es auch darum, wie die von Mitgliedern des FachKreises Turmuhren geschmiedete Uhr fertiggestellt werden kann. Dazu sind neben handwerklichen auch ausstellungstechnische Fragen zu klären, und man darf auf das Ergebnis gespannt sein.


Abb. 39: Nachgeschmiedete kleine Turmuhr mit Spindelhemmung

Christian Borck schließlich hatte eine Maschine vorgestellt, die von einer Turmuhrenfabrik gebaut worden war, mit Uhren aber nichts zu tun hatte; ihre Funktion blieb bis zur Auflösung rätselhaft.

Ganz zum Schluss - last but not least - sind wir dem Ehepaar Motschmann für die hervorragende Planung und Durchführung dieser Tagung SEHR dankbar.


Abb. 40: Dr. Bettina Motschmann und Jochen Motschmann mit Peter Faßbender (Mitte)

Für viele war unerwartet und erstaunlich, wie sich, initiiert durch einen gebildeten Landesvater in der Renaissance, in Kassel ein Zentrum der Astronomie, der Uhren und der Naturwissenschaften gebildet hat. Der Herkules in Kassel ist zwar mit seinem Wasserschwall am Mittwoch und Sonntag jeder Woche Weltkulturerbe, aber die Uhren und Astronomischen Geräte in der Orangerie hätten es nicht weniger verdient.

Die nächste Reise des FachKreises Turmuhren soll im nächsten Jahr (23. bis 26. April 2020) nach Freiburg gehen, und wir freuen uns darauf.


Abb. 41: Einzeiger-Uhr am Freiburger Münster

 

Bildnachweis:

Alle Abbildungen wurden von Teilnehmern der Reise mit Genehmigung von Dr. K. Gaulke, Leiter des Astronomisch-Physikalischen Kabinetts, dankenswerterweise zu Verfügung gestellt.

  1. Muff: Nr. 3, 8, 9, 13, 20, 22, 24, 29, 31, 32, 38, 40
  2. Raufer: Nr. 1, 2, 4, 6, 7, 10, 11, 12, 14, 15, 16, 18, 19, 21, 23, 25, 26, 27, 28, 30, 37 
  3. Sommer: Nr. 33 
  4. Tondok: Nr. 5, 17, 34, 35, 36 
  5. Willing: Nr. 39
  6. Motschmann: Nr. 41

 

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